Digitalkompaktkameras
Negativ entwickelt
Bei 34 Kompaktkameras im Test ist die Auswahl groß. Allerdings erreichte nicht eine einzige Kamera die Note „gut“. Sind mäßige Bilder im Trend?
Beim letzten Digitalkameratest im Januar schien es wie ein Zufall. Von den 15 geprüften Kameras war keine besser als „befriedigend“. Doch nun macht der aktuelle Test von 34 digitalen Kompaktkameras zu Preisen zwischen 108 und 422 Euro die Befürchtung zur Gewissheit: Auch in diesem Test schnitt keine einzige Kamera „gut“ ab. Die große Mehrheit, 28 insgesamt, erreichte „befriedigend“, die restlichen 6 nur „ausreichend“. Nicht eine bekam im Sehtest ein „Gut“. Und es liegt nicht an verschärften Testmethoden: Ein Vergleich mit den Prüffotos früherer Tests unterstreicht das Ergebnis. Die Fotos der aktuellen Kameras sind im Mittel schlechter als damals. Auch andere Prüfungen belegen den Trend. Auflösung und Farbwiedergabe: Noch im September hieß es hier in rund jedem zweiten Fall „gut“ und besser, jetzt trifft das nur noch auf einen Bruchteil zu.
Auch beim Autofokus sind die Ergebnisse schlechter geworden. Nur die bisherige Prüfung zu Lichtempfindlichkeit und Bildrauschen wurde verändert und heißt jetzt „Bildqualität bei wenig Licht“. Diese Testergebnisse werden zwar strenger bewertet als ursprünglich, doch daran kann das insgesamt schlechtere Ergebnis bei den anderen Prüfungen nicht liegen. Noch etwas lässt aufhorchen: die Betriebsdauer. Als vor rund einem Jahr fast alle Testmodelle „sehr gut“ erreichten, wollten wir diese sehr aufwendige Prüfung schon streichen. Doch diesmal sind etliche Kameras im Test dabei, die die magische Grenze für „sehr gut“, 250 Auslösezyklen, nicht oder nur knapp erreichen. Offenbar hält die Entwicklung der Akkus mit den höheren Anforderungen durch gewachsene Pixelzahlen und größere Monitore der aktuellen Kameras nicht so recht Schritt. Nun sind „befriedigende“ Kameras grundsätzlich nicht schlecht. Die Bilder sind ansehnlich und genügen fürs Familienalbum. Doch der Trend fördert Unbehagen. Links finden Sie „gute“ Kompaktkameras, die im Sehtest „gut“ abgeschnitten haben und jetzt noch erhältlich sind. Mit diesen Digitalkameras sind Sie besser bedient als mit jedem der aktuell geprüften Modelle. Ob von dem Trend zu einem mäßigen Bild auch Spiegelreflex und Bridgekameras betroffen sind, lesen Sie demnächst.
UNSER RAT:
Selbst bei durchweg mittelmäßigen Testergebnissen empfehlen sich einzelne Kameramodelle durch besondere Eigenschaften: Vielseitig einstellbar ist die Canon PowerShot A 720 IS für 234 Euro. Sie macht „sehr gute“ Nahaufnahmen. Andere Kameras mit vergleichbaren Noten können weniger und kosten mehr. Durch ein gutes Objektiv macht die Panasonic Lumix DMC-FX 100 für 395 Euro auf sich aufmerksam. Sehr geringe Verzeichnungen und gleichmäßige Helligkeitsverteilung erreichen zwar andere Kameras auch, nur sind sie nicht so weitwinklig wie die Panasonic.