DVD-Rekorder mit Festplatte


Wer zeitversetzt fernsieht, verpasst keine Schlüsselszene. Und auf Silberscheiben gebannt, liegen die Videoschätze jederzeit fürs Heimkinoabenteuer bereit. Segel setzen, Leinen los – doch im Teststurm lauert so manches Riff.

Wer seine Wunschfilme im Laden kauft oder in der Videothek ausleiht, dem genügt ein simpler DVD-Spieler. Wer allerdings in den Fernsehkanälen auf Schatzsuche geht und seine Video-Kleinodien aus dem aktuellen Fernsehprogramm wählen will, kommt um einen Videorekorder nicht herum. Doch es sollte nicht irgendein Video-Aufnahmegerät sein. Je nachdem, ob die visuelle Kaperfahrt im digitalen terrestrischen oder Satellitenfernsehen (DVB-T oder DVB-S) oder im analogen Antennen oder Kabelfernsehen stattfindet, bieten sich unterschiedliche Rekorder an. Denn anders als bisher, als praktisch alle Videorekorder nur mit Empfangsteilen für analoges Kabel- beziehungsweise Antennenfernsehen ausgestattet waren und für andere TV-Standards einen Extra-Tuner benötigten, werden die Geräte mittlerweile auch mit Digitaltunern ausgestattet.

Videorekorder mit Sat-TV-Receiver

Zum ersten Mal ist im Test ein DVD-Festplattenrekorder vertreten, der nur einen digitalen Satellitenreceiver hat. Der Panasonic DMR-EX 80 S wird direkt an die Satellitenantenne angeschlossen. Er macht den bislang für Sat-TV-Aufnahmen erforderlichen zusätzlichen Empfänger überflüssig. Die meisten anderen getesteten Videorekorder sind mit Doppelempfängern ausgestattet – mit Digitaltunern für das digitale terrestrische Fernsehen DVB-T und mit Analog tunern für Kabel oder herkömmliches analoges Fernsehen.

Nur die Geräte zu Preisen unter 300 Euro (zwei Thomson und Philips) und der Panasonic DMR EH 775 für 590 Euro bieten lediglich einen Analogtuner. Dabei sind die Tuner der Rekorder nicht immer die besten. Bei LG und Loewe sollte man für Analogaufnahmen prüfen, ob der Tuner des TV-Geräts nicht bessere Bilder liefert. Die Qualität über den Scartanschluss könnte besser sein als die über den Einbautuner. Dann kann aber lediglich das Programm angesehen werden, das aufgenommen wird. Das ist unpraktisch, denn der Sinn des Einbautuners besteht ja darin, etwas anderes sehen zu können, als der Rekorder gerade aufzeichnet.

Auf DVD oder Festplatte aufnehmen

Bei der Aufnahme selbst hat der Nutzer die Wahl: Er kann sein Programm auf DVD oder auf Festplatte speichern. Nur der LG und der Philips-Rekorder gestatten keine unmittelbare Aufnahme auf DVD. Hier dient die Festplatte als Zwischenspeicher. Die Festplatte als Zwischenspeicher zu nutzen, hat durchaus seinen Sinn. Zunächst kann über die Festplatte zeitversetzt ferngesehen werden: Filmstart verpasst – kein Problem, auch nicht die kurze Pause zwischendurch. Denn während die Festplatte noch aufzeichnet, kann die Aufnahme schon wiedergegeben werden, auch von der Stelle an, als die Pause-Taste gedrückt wurde. Später steht die Aufnahme zum Überspielen auf DVD zur Verfügung. Bei der Gelegenheit – und das geht nur mit der Festplatte so einfach – kann der Film auch gleich von lästigen Werbespots befreit werden: Anfang und Ende der Werbeblocks markieren, und schon werden sie beim Überspielen ausgeblendet (umständlicher bei Thomson DTH 8750 E). Und noch ein nettes Ausstattungsdetail: Bis auf Philips und LG können alle die Aufnahmequalität und damit den Speicherbedarf selbsttätig an die Plattenkapazität anpassen. So wird der Platz auf der DVD optimal genutzt.