DVD-Rekorder mit Festplatte
Billigere Rekorder im Hintertreffen
An dieser Stelle patzt Philips noch einmal: Er überspielt die Videodaten ausschließlich in der Qualitätsstufe auf die DVD, in der sie auf die Festplatte aufgezeichnet wurden. Der Nutzer müsste also vor Aufzeichnungsbeginn wissen, welche Qualität sein Video später auf der Archiv-DVD haben soll. Das ist wenig praktikabel. Philips gehört neben beiden Thomson zu den drei Billigrekordern im Test. Sie schnitten mindestens eine Note schlechter ab als die teureren Geräte. Lohnt es sich überhaupt, beim Kauf eines Festplattenrekorders ein Augenmerk auf die Billigklasse zu werfen, wie es bei anderen Produkten durchaus sinnvoll ist? Von der Bildqualität her bietet es sich jedenfalls nicht an. Alle drei Geräte zeichnen sichtbar schlechter auf als die teurere Konkurrenz. Insbesondere Aufnahmen mit längeren Laufzeiten sind mit digitalen Artefakten wie Klötzchengrafik oder verwischten Konturen untermalt. Außerdem ist die Ausstattung der drei Geräte eher mager. Philips kann keine Videosignale von DVD auf Festplatte übertragen. Wer beispielsweise einen DVDCamcorder nutzt, kann nicht einfach seine Film-DVDs zum Schnitt in den Rekorder einlegen, er muss sie per Kabel übertragen. Und ein HDMI-Ausgang, der die Bilddaten digital an moderne Flachfernsehgeräte weiterreichen kann, fehlt ebenso wie beim Thomson DTH 8750 E.
Für die verbleibende analoge Bildübertragung verwendet Thomson auch noch einen alten Videostandard (FBAS), der keine hohe Bildqualität zulässt. Und DTS, ein gängiges Verfahren für digitalen Kinoton, unterstützt er auch nicht. Es fehlt sogar ein DV-Eingang für Camcorder. Thomson hat auch noch an der Gebrauchsanleitung gespart. Die vollständige Anleitung kann aus dem Internet geladen werden. Das ist eine Zumutung. Und dann wären da noch die langatmigen Zugriffszeiten: Über eine Minute dauert es, bis der Thomson DTH 8750 E nach einer Aufnahme eine DVD wieder herausgibt.
Wer ein „gutes“ Gerät haben will, muss mehr ausgeben. Doch auch bei teureren Modellen fehlen Komfortmerkmale: LG und Pioneer DVR-550 HX haben keinen Anschluss für Digitalkamera-Speicherkarten zum Überspielen von Foto- oder Videodateien. LG kann keine Programmlisten vom angeschlossenen Fernsehgerät übernehmen. Das können sonst nur die billigeren Thomson-Modelle nicht. Panasonic und Loewe haben keinen Videotext.
TV-Gerät für CD-Wiedergabe
Für die programmierte Wiedergabe von Musik-CDs über die DVD-Spieler ist bei Philips, Pioneer und Sony der Fernsehapparat als Display nötig. Der japanische Hersteller Panasonic macht aus der Not einfach eine Tugend. Bei seinen Geräten ist eine programmierte und eine Zufallswiedergabe nicht mehr möglich. Für Start, Stopp, Skip (Springen) und Pause genügt so auch das Rekorderdisplay.
Stichwort Tuner:
Bislang: Jeder Videorekorder hat einen Empfänger, Tuner genannt. Damit kann im Prinzip unabhängig vom betrachteten Fernsehprogramm ein beliebiges anderes Programm aufgezeichnet werden. Bisher waren bei Videorekordern aber nur Tuner für analoges Antennen- und Kabelfern sehen üblich. Für digitales terrestri sches, Kabel- oder Satelliten-TV (DVB-T, DVB-C, DVB-S) braucht der Videorekorder jetzt auch ein eigenes digitales Empfangsteil.
Digital-TV für Videorekorder Mittlerweile:
Viele neuere DVD-Videorekorder haben bereits zusätzlich zum üblichen Analogtuner für Kabel und Antenne einen zweiten Tuner für das digitale terrestrische Fernsehen (DVB-T). Sie nehmen wahlweise analog oder digital auf. Der Panasonic DMR-EX 80s im Test ist der erste DVD-Rekorder mit digitalem Sat-Empfänger. DVD-Rekorder mit digitalem Kabeltuner gibt es noch kaum.
UNSER RAT:
Das beste Gerät im Test ist der Panasonic DMR-EH 775 für 590 Euro. Allerdings hat dieses Gerät keinen DVB-T-Tuner. Nur wenig schlechter sind die Modelle Loewe Viewvision DR+DVB-T (650 Euro) und Sony RDR-HXD 970 (480 Euro), beide mit DVB-T- und Analogtuner. Der Panasonic DMR-EX 80 S (495 Euro) hat nur einen Satellitentuner. Die Modelle zu Preisen unter 300 Euro sind weniger zu empfehlen.