Kfz-Fahrberichte 2008


Fahrdynamiker sucht Anschluss

Der Markt für leichte Geländewagen boomt. Demnächst wildert der Ford Kuga im Segment von Tiguan & Co. Verkehrte Welt: Ausgerechnet Ford, traditionell Erstausrüster der Offroadbegeisterten Amerikaner, hatte für den in Europa stark wachsenden SUVMarkt kein konkurrenzfähiges Angebot. Der inzwischen eingestellte Maverick, ein Gemeinschaftsprodukt mit Mazda, stand zuletzt bleischwer bei den frustrierten Ford-Händlern – ihn gab es ausschließlich mit einem spritfressenden Benzinmotor.

Geländewagen wie der BMW X3 oder der VW Tiguan konnten so schon mal vorausfahren. Doch ab dem 7. Juni startet der neue Kuga zur Aufholjagd. Und die ersten Fahreindrücke zeigen: Der kompakte Offroader auf Focus-Basis hat das Talent, die Konkurrenz einzuholen. Sahnestück ist das Fahrwerk, mit dem sich der Kuga dank seiner präzisen Lenkung flink auch durch schmales Kurvengeschlängel dirigieren lässt. Die straffe Abstimmung hält die Seitenneigung der hohen Karosserie dabei in engen Grenzen und erfüllt dennoch gehobene Komfortansprüche. Der Gesamteindruck: mindestens X3-Niveau.

Im Vergleich zu der ersten Generation des X3 wirkt die Innenausstattung des Kuga hochwertig. Das Platzangebot ist vorn wie hinten großzügig, lediglich das Gepäckabteil fällt mit 410 Litern Volumen etwas knapp aus. Bei mehr Platzbedarf kann die gesamte Rückbank zu einem ebenen Ladeboden umgeklappt werden. Bei der Art des Antriebs kann der Kunde zwischen Front- und Allradantrieb (2000 € Aufpreis) wählen, beim Motor nicht: Vorerst bietet Ford den Kuga ausschließlich mit dem Zweiliter-Diesel aus dem Focus an. Allerdings wirkt der Motor im 1550 Kilo schweren Geländewagen weniger durchzugsstark: Wer flotter unterwegs sein will, muss öfter zum Hebel des exakt schaltbaren Sechsganggetriebes greifen.

Fette Beute wird der neue Kuga im SUV-Revier trotzdem machen.