Dell Vostro 1310
Gehobelter Klotz
Dell verkauft sein Vostro 1310 schon ab 433 Euro, damit ist es das günstigste 13,3-Zoll-Notebook auf dem Markt. Die kompakten Abmessungen versprechen Mobilität; der Kunde kann die Ausstattung seines Geräts mitbestimmen.
Mit den Vostro-Notebook hat Dell neben den Latitude-Geräten eine zweite Marke von Business Notebooks etabliert. Sie richtet sich primär an kleine und minelständische Unternehmen, doch auch Privatkunden dürfen sie kaufen. Die ersten Vostros waren noch umbenannte ConsumerNotebooks der Inspiron-Serien in schwarz lackierten Gehäusen, die aktuellen Modelle sind hingegen eigens entwickelte Geräte. Oie schwarze Gehäusefarbe hat Dell beibehalten; durch die auffallend eckigen Kanten wirkt das Design seriöser und härter als das verspielte Äußere der Inspiron-Vostros mit ihren Rundungen. Im Einstiegsmodell des Vostro 1310 für 433 Euro stecken 1 GByte Arbeitsspeicher, eine 80-GByte-Festplatte und ein Celeron M 540 (1,86 GHz); wie üblich hat der Kunde bei Dell ein großes Mitspracherecht bei der Ausstattung. Unsere deutlich flottere Testkonfiguration enthielt einen Core 2 Duo T8100 (2,1 GHz), doppelt so viel Arbeitsspeicher, eine schnelle 160GByte-Festplatte und Bluetooth; sie kostet 731 Euro. Es gibt auch Modelle mit dem low-End-Grafikchip GeForce 8400M GS statt Chipsatzgrafik, doch dieser ist für aktuelle detailreiche 3DSpiele zu langsam. Für vieles andere genügt Intels Chipsatz-Grafik GMA X31 00 allemal.
Der 13,3-Zol1-Bildschirm zeigt 1280 x 800 Punkte mit einer maximalen Heiligkeit von 201 cd/m2, was auch für den Betrieb im Freien meist reicht. Schon bei geringen Abweichungen von einer senkrechten Blickrichtung erscheinen Farben verfälscht, dunkle invertieren - für Büroarbeiten mag das genügen, nicht aber zum Betrachten von Videos oder Bearbeiten von Fotos. Für knapp 24 Euro Aufpreis verkauft Dell statt des im Testgerät eingebauten matten Panels eines mit spiegelnder Oberfläche, das einen etwas breiteren Blickbereich hat. Unser Testgerät lief unter Windows Vista Business. Auf Wunsch gibt es auch Windows XP Professional als Vorinstallation, doch seit Juni verbietet Microsoft den Herstellern, ihren Notebooks XP-Medien beizulegen - auf der Windows-DVD im Lieferumfang befindet sich also immer Vista. Obwohl Deli das Vostro 1310 bereits im April angekündigt hat, verzögerte sich die Auslieferung für vielen Kunden bis Ende Mai unter anderem, weil die ersten Seriengeräte ein fehlerhaftes Tastaturlayout hatten. Inzwischen bestückt Dell die Notebooks mit korrekten Tastaturen, deren guter Anschlag auch Vielschreiber überzeugt. Die Tasten liegen Im normalen 19-Milllmeter-Raster; lediglich die Funktionstastenreihe und der Cursor Block samt Bild-Auf/-Ab sind rechteckig und etwas kleiner.
Sensorfeld
Eine Reihe Sensor-Tasten zwischen Tastatur und Display leuchtet Blau bei Berührung. Diese Zusatztasten dienen zur Mediensteuerung, das Sensorfeld ganz rechts wirft eine eingelegte CD/DVD aus dem ins Gehäuse integrierten Slot-ln Laufwerk aus (wahlweise OVD-Brenner oder CO-RW/DVDKombo). Unser Testgerät hielt mit seinem 58-Wh-Akku bei geringer Rechenlast und auf 100 cd/m2 abgedunkeltem Bildschirm mehr als fünfeinhalb Stunden durch - deutlich mehr, als der Notebook Durchschnitt bietet. Bei voller Helligkeit sind immerhin noch viereinhalb Stunden drin, beim Abspielen von Video-DVDs ist nach knapp drei Stunden Schluss - da bekommt man auch das Ende eines überlänge- Films noch mit. Der 58-Wh-Akku kostet knapp 24 Euro Aufpreis gegenüber dem Standard-Modell mit 38 Wh, welches bei geringer last gut dreieinhalb Stunden durchhält. Weitere 70 Euro Aufpreis kostet die 87-Wh-Variante, die mehr als acht Stunden laufzeit erlaubt. Dieser Akku steht allerdings an der Rückseite 2,2 Zentimeter über.
Über ein Hilfsprogramm im Mobilitäts-Center von Vista kann der Nutzer die ladeelektronik anweisen, den Akku nicht zu laden - das kommt der lebensdauer des Akkus zugute. Oie Sperre hält allerdings nur bis zum nächsten Neustart von Windows an. Wer dauerhaft am Stromnetz arbeitet und den Akku schonen will, sollte ihn entnehmen; das Vostro 1310 steht auch ohne ihn wackelfrei. Hat der Prozessor nichts zu tun, so hört man den lüfter mit 0,2 bis 0,4 Sone nur in sehr ruhigen Umgebungen - vorbildlich. Unter Rechenlast bleibt der Geräuschpegel mit maximal 0,7 Sone erträglich. Der Webcam unseres Testgeräts konnten wir zunächst keine Bilder entlocken; erst nach einem Treiber-Update wollten sich die Anwendungen mit der Kamera verbinden. Bei an Kunden ausgelieferten Geräten ist der neuere Treiber laut Dell bereits vorinstalliert; das aktuelle Service Pack 1 für Vista sei ebenfalls eingespielt. Das elektronische Handbuch nützt bei einer Fehlersuche wenig, denn produktspezifische Details fehlen. Ein gedrucktes Handbuch legt Dell nicht bei.
Der links in die Front eingebaute Monolautsprecher klingt blechern und ohne Bässe. Für YouTube-Videos zwischendurch mag er ausreichen, beim Musikhören oder Filme-Gucken wünscht man sich aber Kopfhörer oder Lautsprecher. Externe Monitore steuert das Vostro 1310 nur per VGA mit mäßiger Signalqualität an; DVI oder HDMI gibt es genauso wenig wie den digitalen Audio-Ausgang SPOIF. Dockingstationen, die die Missstände beheben könnten, sind den teureren Latltude-Geräten vorbehalten; auch ein internes UMTS-Modem steht nur dort zur Wahl. Im Zubehör-Programm des Vostro 1310 tauchen zwar Dockingstationen auf, doch dabei handelt es sich Universal-Modelle von Kensington, die sich per USB mit dem Notebook verbinden. Für Netzwerk und Audio (über eigenständige USB-Chips in der Station) reicht das, doch externe Monitore lassen sich so nur stark eingeschränkt ansteuern. Wenn beim Kauf von vornherein feststeht, dass das Notebook wie von der Arbeitsplatzverordnung vorgeschrieben stationär mit einem Monitor betrieben wird. sollte man sich lieber gleich ein Notebook mit DVI-Ausgang oder mit passender herstellerspezifischer Docklngstation kaufen.
Fazit:
Delis Vostro 1310 ist derzeit das günstigste 13,3-Zoll-Notebook auf dem Markt. Es arbeitet schnell und dennoch leise. Die Ausstattung kann persönlichen Anspruchen und Bedürfnissen angepasst werden - sogar bei der Laufzeit: Der Standard-Akku hält gut dreieinhalb Stunden durch; gegen Aufpreis sind auch über acht Stunden Netzunabhanglgkeit möglich. Hir seine Abmessungen wiegt das Notebook mit 2,2 Kilogramm allerdings recht viel, und der matte Bildschirm hat einen für entspanntes Arbeiten viel zu kleinen Blickbereich.