Ölbrennwertkessel
Lautes Betriebsgeräusch
Der zweitteuerste Kessel im Testfeld (Sieger) ist zugleich der einzige mit einem nur „befriedigenden“ test-Qualitätsurteil. Das liegt an seiner durchschnittlichen Energieausnutzung und seinem lauten Betriebsgeräusch. Auch der Giersch- und der Rotex-Kessel sind recht laut. Bei raumluftunabhängigem Betrieb – sinnvoll in gut gedämmten Häusern – verringert sich meist das Geräusch der Wärmeerzeuger. Drei Ölkessel (Vaillant, Viessmann und Wolf) glänzten mit einer sehr hohen Energieeffizienz, vor allem im Teillastbetrieb, wenn nur ein Teil der maximal möglichen Heizleistung des Kessels gebraucht wird.
Der ausgereizten Energieausnutzung im Heizbetrieb steht bei drei Kesseln ein relativ hoher Jahresstromverbrauch gegenüber: 122 Kilowattstunden bei Buderus und Elco, 113 bei MHG. Die Stromkosten betragen zwar nur 22 bis 25 Euro im Jahr, aber die besten Kessel in diesem Prüfpunkt (Rotex und Wolf) kommen auf rund die Hälfte. Ein weiterer wunder Punkt ist die Verarbeitung. Scharfe Ecken und Kanten, die bei der Wartung durchaus zu kleinen Verletzungen führen können, haben wir an den Ölbrennwertkesseln von Elco und Vaillant entdeckt. Weniger robust und stabil als die anderen wirkten die geprüften Wärmeerzeuger von MHG, Rotex, Sieger und Vaillant. Ob sie auch 30 Jahre lang so klaglos ihren Dienst tun werden wie ihre Vorgänger bleibt abzuwarten.
Unser Rat: Neun der zehn Ölbrennwertkessel im Test haben eine „sehr gute“ oder „gute“ Energieausnutzung. Ganz vorn liegen der teuerste und der zweitbilligste Heizkessel: Viessmann Vitoladens 300-C für 7.000 Euro und Wolf COB-20 für 5.600 Euro (beide einschließlich Regelung). Schwächen einiger „guter“ Kessel: die mäßige Verarbeitung, der hohe Stromverbrauch und das Geräusch.
Gute Gründe für schwefelarmes Heizöl
Was ist schwefelarmes Heizöl? Der Schwefelgehalt dieser Heizölsorte liegt bei höchstens 50 Gramm pro Tonne. Normales Heizöl hat seit 1. Januar 2008 einen Schwefelgehalt von höchstens 1.000 Gramm pro Tonne.
Welche Vorteile hat es? Schwefelarmes Heizöl riecht weniger und ist wegen des geringeren Schwefelgehalts umweltschonender als das herkömmliche. Die Menge der Schwefeldioxid-Emissionen ist mit jener bei der Verbrennung von Erdgas vergleichbar. Weniger Schwefel bedeutet weniger Ruß im Kessel: Das verringert den Wartungsaufwand bei gleichbleibend hoher Energieausnutzung.
Wo kann es verwendet werden? Schwefelarmes Heizöl wird von den Herstellern als geeignet für alle Ölheizkessel und Ölbrenner eingestuft. Es ist für Ölbrennwertkessel optimiert. Eine Neutralisation des im Heizbetrieb anfallenden Kondensats ist bei schwefelarmem Heizöl nicht mehr erforderlich.
Wie teuer ist schwefelarmes Heizöl? Derzeit ist es bis zu 5 Euro pro 100 Liter teurer als normales Heizöl. Ab 1. Januar 2009 wird auf das schwefelhaltige ein Steuerzuschlag von 1,50 Cent je Liter, also 1,50 Euro pro 100 Liter erhoben. Die Mineralölwirtschaft erwartet dann eine Verringerung der Preisdifferenz zwischen beiden Sorten.