Übersicht & Kaufempfehlungen für CPU´s


AMD oder Intel ?

Sie suchen einen neuen Prozessor oder wollen einfach nur wissen, was derzeit alles auf dem Markt ist? Wir helfen Ihnen gerne und geben eine Übersicht über die aktuelle Situation in der Prozessorwelt.

Neue Modelle stellte im letzten Monat 5/2008 weder AMD noch Intel vor, auch im Einsteigerbereich tat sich wenig. Abgesehen von den üblichen Preissenkungen gab es vor allem Marktbereinigung zu beobachten: Bei AMD laufen viele ältere Athlon- und Sempron-Modelle aus. Letzterer ist fast nur noch als LE mit einem oder X2 mit zwei Kernen zu haben. Dafür sind in der Mittelklasse die Triplecore-Modelle der Phenom-X3-Reihe besser verfügbar, vom Einsteiger-Vierkerner X4 9100e ist hingegen noch immer nichts zu sehen.

Auch die älteren Intel-Prozessoren laufen aus - zwar sind sie noch überall zu haben, doch sinken ihre Preise kaum noch, wenn sie nicht gar steigen. Das gilt sowohl für die 4x00er- als auch für die 6x00er- Modelle der Core-2-Duo-Reihe. Billiger wird dafür die aktuelle 8x00er-Serie.

Auch bei der Betrachtung der Gesamtplattform - also Motherboard, CPU und Grafik - steht AMD energetisch nicht schlecht da. Außer bei Spielen ist die Performance durchaus ausreichend für Büroarbeiten und Unterhaltung. So schafft es die integrierte Grafikengine im 780G-Chipsatz, Blu-ray-Videos in 1920-er HD-Auflösung bei minimaler CPU-Belastung ruckelfrei darzustellen und über HDMI auszugeben. Bei Intel muss man sich auf eine solche Plattform noch gedulden, denn momentan funktioniert das nur mit separater Grafikkarte. Das Problem bei AMD ist immer noch die Beherrschung hoher Taktfrequenzen. Während Intel bei Quad-Core problemlos an der 3-GHz-Marke arbeitet, schafft AMD gerade einmal 2,5 GHz. Der hier vorgestellte Phenom X4 9100e arbeitet übrigens bei 1,8 GHz.

Sie suchen einen Intel-Prozessor und möchten möglichst wenig Geld ausgeben? Im letzten Monat lohnte sich der Griff zum neuen zweikernigen Celeron nicht - mittlerweile hat er jedoch seine kleine Nische zwischen Singlecore-Celeron (bis 30 Euro) und Pentium (ab 45 Euro) gefunden. Nach wie vor empfehlen wir aber den schnelleren Pentium E2180 im übertaktungsfreudigen M0-Stepping für nur wenige Euro mehr.

Mehr Leistung fürs Geld gibt's wie immer in der Mittelklasse - und dort nichts Neues: Wie schon im letzten Monat lohnen sich die preislich stagnierenden Core-2-Duo-Modelle der E6x00er-Reihe nur noch, wenn Ihr Mainboard keine 45-Nanometer-Prozessoren akzeptiert. Das tun die meisten Boards mit Intels P35- sowie X38/X48-Chipsatz und Nvidias Nforce780, einige Boards mit P965-Chipsatz oder Nforce 680i funktionieren nach einem BIOS-Update ebenfalls mit den neuen CPUs.

Natürlich ist der Klassiker Core 2 Duo E6750 nach wie vor ein feiner Prozessor: Er liefert genug Performance für die meisten Anwendungen, seine zwei Kerne reichen den meisten Spielen; zu haben ist er für unveränderte 125 Euro. Doch noch interessanter ist der Core 2 Duo E8300 auf Wolfdale-Basis für ein paar Euro mehr: Er ist schneller und besser zu übertakten. Auch der E8400 ist attraktiv, ebenso der kleinere E8200. Der größte Wolfdale E8500 wurde zwar viel billiger, ist aber immer noch zu teuer. Soll es günstiger sein, empfehlen wir den Core 2 Duo E7200 für 100 Euro.

Wollen Sie sich mit zwei Kernen nicht zufriedengeben, ist der Core 2 Quad Q6600 für nur noch 145 Euro nach wie vor eine gute Wahl und der momentan günstigste lieferbare Intel-Vierkerner. Ein Q9300 ist zwar etwas schneller und sparsamer, aber auch 50 Euro teurer. Da greifen Sie doch besser zum alternden Q6700 für 175 Euro. Die größeren Quad-Modelle sind überteuert.

Die AMD-Empfehlungen

Auch bei AMD gilt: Den besten Einstiegsprozessor finden Sie nicht in der Billigklasse, obwohl auch der Sempron ja mittlerweile zwei Kerne hat - der Sempron 2100 ist zwar mit 35 Euro verlockend günstig, doch ein schnellerer Athlon X2 3800+ ist nicht teurer. Vom angekündigten Sempron 2200 ist übrigens noch nichts zu sehen. Viel Leistung für wenig Geld in der Mittelklasse: Wollen Sie Ihr AM2-System aufrüsten, greifen Sie zum Athlon 64 X2 6000+, der immer noch 85 Euro kostet; auch der 5600+ ist für 65 Euro ein Schnäppchen. Bei den Dreikernern empfiehlt sich das Modell X3 8650 - sofern Ihre Hauptplatine damit umgehen kann. Vier Kerne gibt's bei AMD ab 140 Euro, dafür bekommen Sie einen X4 9550 ; nur 30 Euro mehr kostet das aktuelle Topmodell namens X4 9850 Black Edition. Die alten B2-Modelle mit TLB-Bug lohnen sich preislich nicht mehr.