Rahmspinat (tiefgekühlt)


Modriger Geschmack, störender Sand

Fünf geschulte Prüfer haben den zubereiteten Spinat beschnuppert und probiert. Mal schmeckt er deutlich salzig, mal nach Muskat. Rahmspinat ist also kein Einheitsbrei. Doch der Frenzel-Rahmspinat ist ungenießbar. Seine Fehler: „muffig“, „modrig“, viele braune Blätter – somit „mangelhaft“. Unterschiede auch beim Blattspinat: Das typische Spektrum reicht von bissfest bis faserig, von erdig über bitter bis adstringierend (zusammenziehendes Mundgefühl). Manchmal verdirbt knirschender Sand zwischen den Zähnen den Appetit. Die Deutschen bauen mehr Spinat an als andere Europäer. Rund 85 Prozent der hiesigen Ernte werden tiefgefroren.

Mit einem Marktanteil von gut einem Fünftel ist Spinat der Verkaufsschlager bei Tiefkühlgemüse. Kein Wunder, er übersteht die Strapazen vom Einfrieren bis zum Auftauen besser als andere Gemüsesorten. Dass tiefgekühlter Spinat mit frischem sensorisch mithalten kann, haben Wissenschaftler erforscht. Das liegt an der industriellen Schockfrostung. Im antarktischen Klima (–40 Grad Celsius) gefriert das Wasser im Spinat so schnell und gleichmäßig, dass keine Eisklumpen entstehen. Die würden die Pflanzenzellen sonst verletzen. Tiefkühlspinat enthält im Schnitt so viel B-Vitamine wie feldfrischer Spinat, aber 30 Prozent weniger Vitamin C. Doch das ist mehr als in frischer Supermarktware. Denn die ist oft schon ein paar Tage alt und hat bis zu 50 Prozent an Vitamin C verloren.

Der legendäre Eisenfehler

Gefrorener Spinat büßt durch die Herstellung bis zu 30 Prozent seiner Mineralstoffe ein – vor allem durch das Blanchieren. Betroffen sind etwa Kalium, Magnesium, Zink und das vielbeschworene Eisen. Inzwischen hat sich wohl herumgesprochen, dass bei der ersten Spinatanalyse 1890 ein Komma verrutscht ist. Erst Jahrzehnte später wurde der Eisengehalt für 100 Gramm Spinat von 35 auf 3,5 Milligramm korrigiert. Das ist noch immer mehr Eisen als in vielem anderen Gemüse, reicht aber nicht, um damit so stark zu werden wie der legendäre Comic-Held Popeye. Dennoch ist Spinat gesund und ein Multitalent für die Küche.

Unser Rat:

Egal ob tiefgekühlter Rahm- oder Blattspinat – beide Sorten bieten Spitzenprodukte. Der wohl berühmteste Rahmspinat zählt zu den besten: „Der mit dem Blubb“ von Iglo. Eine durchschnittliche Portion mit 150 Gramm kostet 27 Cent. Nur halb so teuer mit 12 Cent pro Portion, aber ebenso „gut“ ist Greenland von Penny. Der beste Blattspinat ist der Ökospinat Prima Bio von Aldi (Nord) für 40 Cent je Portion. Auch „gut“: Iglo (45 Cent), Schloss Göhrde (30 Cent je Portion) und Edeka Gemüseküche (27 Cent je Portion).

Tipps:

Nicht vorher auftauen: Garen Sie tiefgekühlten Spinat direkt in Topf oder Mikrowelle. Langsames Auftauen könnte Keime wachsen lassen.

Zwei Minuten hoch erhitzen: Erhitzen Sie den Spinat mindestens zwei Minuten lang auf 70 Grad, um gefährliche Keime abzutöten.

Nicht warm halten: Bleibt Spinat länger warm, verwandeln Bakterien vorhandenes Nitrat in Nitrit. Dieses kann den Sauerstofftransport im Blut behindern und auch zu krebserzeugenden Nitrosaminen führen.

Reste sorgfältig verwenden: Spinat reste gehören sofort in den Kühlschrank. Rasches Aufwärmen mindert die Nitritbildung. Kinder bis drei Jahre sollten vorsichtshalber keinen aufgewärmten Spinat bekommen.

Kein Spinat für Babys: Geben Sie Babys unter 6 Monaten keinen Spinat. Danach empfiehlt sich Säuglingsnahrung aus dem Glas, weil der Spinat darin besonders strengen Anforderungen genügen muss – auch im Hinblick auf Nitrat und Nitrit.

Spinat einkaufen: Die Tiefkühltruhe sollte nicht vereist sein, die Ware die rote Stapelmarke nicht überragen.

Nicht zu lange lagern: Spinat ist tiefgefroren bis zu 24 Monate haltbar. Nach fünf Monaten verliert er aber schon Farbe, Geschmack, Vitamine.

Gute Partner: Kombinieren Sie Spinat mit Vitamin C – etwa aus Obst oder Obstsaft. Das hilft, das Eisen aus dem Spinat optimal zu verwerten. Auch empfiehlt es sich, Spinat mit kalziumreichen Produkten zuzubereiten: Milch, Sahne oder Käse hemmen die Wirkung der Oxalsäure im Spinat. Die kann Kalzium binden und so die Nierensteinbildung fördern.