Sonnenschutzmittel - (mittlerer Schutz)
Nur nicht rot werden
Sonne tut gut, wenn sie achtsam genossen wird. Sonnenschutzmittel können dabei helfen. Sie müssen auch nicht teuer sein.
Sommer, Sonne, Ferienzeit. Wer sich nach dem regnerischen Frühjahr auf die wärmenden Strahlen freut, sollte das Sonnenbaden nicht zu ungestüm angehen. Zu viel Sonne schadet der Haut. Also öfter mal im Schatten bleiben, sich mit Textilien schützen – und zusätzlich mit dem richtigen Sonnenschutzmittel eincremen. Für uns eher blasse Nord- und Mitteleuropäer empfehlen sich für die ersten intensiven Sonnenkontakte Mittel mit Lichtschutzfaktoren von mindestens 15 oder 20. Neun davon haben wir getestet, weitere, die zum Testzeitpunkt noch nicht auf dem Markt waren, werden demnächst folgen. Die Mehrzahl erzielte „gute“ Qualitätsurteile, darunter auch sehr preiswerte wie die von Penny, Lidl, Aldi (Süd) und dm. Müller/Cadeavera kam über „befriedigend“ nicht hinaus. Die „ausreichenden“ Schlusslichter der Konkurrenz sind die Naturkosmetikprodukte von Lavera und Dr. Hauschka. Sie konnten vor allem deshalb nicht mit den „guten“ Konkurrenten mithalten, da sie beim UVA-Schutz patzten und die Haut bestenfalls „befriedigend“ mit Feuchtigkeit anreicherten.
Eins haben alle Mittel im Test gemeinsam: Sie halten den ausgelobten Lichtschutzfaktor ein und schützen entsprechend vor den Ultraviolett-B-Strahlen, die Sonnenbrand und Hautkrebs fördern. Der Lichtschutzfaktor gibt einen Anhaltspunkt dafür, wie lange man mit dem Mittel in der Sonne bleiben kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Je höher der Faktor, desto länger. Beispiel: Wer nach eigener Erfahrung nach zehn Minuten eine rote Haut bekommt, soll mit einem Produkt mit Lichtschutzfaktor 15 fünfzehnmal länger ungefährdet sonnenbaden können. Doch das ist blanke Theorie. Denn der Lichtschutzfaktor ist ein im Labor ermittelter Durchschnittswert, der stark schwanken kann. Hautärzte empfehlen deshalb, spätestens nach zwei Dritteln der „erlaubten“ Zeit in den Schatten zu wechseln. Für alle Mittel gilt: Um in den Genuss des vollen Schutzes zu kommen, muss man sich dick eincremen. Ein Erwachsener braucht für den ganzen Körper etwa drei Esslöffel Sonnenmilch. Wird weniger aufgetragen, verringert sich auch die Zeit, die man ohne Sonnenbrand am Strand verbringen kann.
Zu wenig UVA-Schutz
Nicht nur die UVB-, sondern auch die UVA-Strahlen sind mit Vorsicht zu genießen: Sie dringen tief in die Haut ein, lassen sie vorzeitig altern und sind oft schuld an unliebsamen Hautreaktionen. Ein Zusammenhang mit Hautkrebs wird ebenfalls diskutiert. Deshalb bieten moderne Sonnenschutzmittel auch einen Schutz vor diesem Strahlenbereich. Nach aktuellem Wissensstand geht man davon aus, dass der notwendige Schutz vor UVA-Strahlung dann gegeben ist, wenn das Verhältnis von UVA zu UVB-Faktor mindestens 1 : 3 beträgt. Spätestens ab nächstem Jahr müssen alle Sonnenschutzmittel diese Anforderung erfüllen und signalisieren das dem Verbraucher durch ein neues Logo auf der Verpackung – UVA im Kreis zeigt, dass die meisten Produkte bereits heute das geforderte Verhältnis von 1 : 3 einhalten. Nur Müller/Cadeavera, Dr. Hauschka und Lavera schwächelten im UVA-Bereich. Besonders der in der Naturkosmetik (Dr. Hauschka und Lavera) favorisierte anorganische Filter Titandioxid kann die UVB-Strahlung zwar gut abschirmen, die entsprechende Leistung im UVA-Bereich fällt dagegen stark ab. Andere Anbieter, die anorganische mit organischen Filtern mixen, haben hier meist mehr Erfolg. Eins muss man bei verstärktem Schutz vor UVA bislang noch in Kauf nehmen: Die Filtersubstanzen können Textilien hartnäckig gelblich verfärben. Also nicht gleich nach dem cremen etwas überziehen.
Zu wenig Feuchtigkeit
Sonne, Sand und Wind trocknen die Haut aus. Sie braucht zusätzliche Feuchtigkeit. Nur Penny/Sun Dream und L’Oréal versorgen sie „sehr gut“ damit. Müller/Cadeavera und Lavera bieten hingegen nur „Befriedigendes“, bei Dr. Hauschka ist die Feuchtigkeitsanreicherung sogar nur „ausreichend“. An der Hautverträglichkeit der Produkte gab es nichts auszusetzen. Unsere Probanden zeigten keinerlei Auffälligkeiten. Zur Information von Allergikern und Hautärzten haben wir in der Tabelle die Substanzgruppen aufgeführt, die im Einzelfall zu Hautreaktionen führen können. Auch das beste Sonnenschutzmittel entbindet einen nicht von Selbstverantwortung für die Haut. So sollten die Anwendungshinweise auf den Verpackungen unbedingt sorgfältig befolgt werden.
Unser Rat:
Sechs „gute“ Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktoren von 15 beziehungsweise 20 stehen zur Wahl. Ganz vorn in der Konkurrenz: Penny/Sun Dream und L’Oréal Solar Expertise. Sie schützen nicht nur „gut“ vor der Sonne, sondern versorgen die Haut auch „sehr gut“ mit Feuchtigkeit. Penny ist mit 1,20 bis 1,45 Euro pro 100 Milliliter zudem recht preiswert. L’Oréal bekommt man für 3,90 Euro. Insgesamt „gut“ sind auch Lidl/Cien Sun (1,20 Euro pro 100 Milliliter), Aldi (Süd)/Ombia Sun (1,25 Euro), dm/Sun Dance (1,90 Euro) und Vichy (9,15 Euro).