WLAN Router (11n)
Der ideale WLAN-Router
Unter Alltagsbedingungen rauschte bisher bei vielen WLAN-Routern das Tempo in den Keller. Auch Sicherheitsmängel waren nicht selten. Ob aktuelle 11n-Router diese Defizite beheben, zeigt unser Test.
Schnell wie Franck Ribéry, abwehrstark wie Oliver Kahn: Eigenschaften, die im Fußball Gold wert sind, sich aber auch bei einem WLAN-Router bezahlt machen. Flott sollte er sein, um Internet-Downloads, hochwertige Multimedia-Inhalte und große Datenmengen im heimischen Netzwerk zu verteilen – am besten auch über größere Distanzen. Und ein Bollwerk gegen Angriffe muss er sein, damit diese Daten sicher vor Mitlauschern sind und keine WLAN-Schnorrer vom Netzwerk-Tempo profitieren. In unserem Test mussten zehn WLAN-Router mit 11n-Standard zeigen, wie nahe sie dem Ideal kommen.
Tempo
Für hohe Datenraten sorgt bei der aktuellen Router-Generation der Standard 802.11n. Er wird wohl erst Anfang 2009 endgültig verabschiedet. Doch der derzeitige Entwurf (Draft 2.0) liegt schon so nahe am finalen Standard, dass fast alle Hersteller Draft-2.0-Geräte anbieten. Draft 2.0 ist auch die Grundlage für das Logo des Wi-Fi-Prüfgremiums (www.wifi-alliance.org): 11n-Geräte, die es tragen, sind garantiert kompatibel. Sämtliche Geräte in unserem Test unterstützen Draft 2.0 – und bis auf die Router von AVM und Siemens tragen alle das Wi-Fi-Logo. Wir haben jedes Gerät mit einem herstellereigenen Adapter sowie einem 11n- und einem 11g-Centrino-Notebook getestet.
100 MBit/s sind die Schallmauer
Das höchste Tempo erreichen Sie mit 11n-Geräten, wenn Router und WLAN-Adapter aus der gleichen Modellreihe stammen. Die 300 MBit/s, die Hersteller gerne als Top-Geschwindigkeit auf die Kartons drucken, dürfen Sie aber vergessen. Diese theoretische Maximalgeschwindigkeit von 11n erreichen Geräte nicht einmal unter idealen Laborbedingungen. Die schnellsten Router im Test erreichten unter den besten Bedingungen knapp über 100 MBit/s – eine Geschwindigkeit, die über Netzwerk-Kabel schon seit Jahren gang und gäbe ist.
Die schnellsten Router
Schnellster im Testfeld war der Belkin F5D8233de4: Er lieferte über alle Entfernungen und mit allen Gegenstellen überdurchschnittliches Tempo. Über die kurze Distanz glänzte der D-Link DIR-655, der mit dem eigenen Adapter einen Spitzenwert von 124 Mbit/s erreichte. Mit dem 11n-Centrino-Notebook verstand sich der Netgear WNR3500 am besten. Wer eine große Reichweite benötigt, sollte sich den Linksys WRT160N ansehen: Er schaffte über 20 Meter sowohl mit dem eigenen Adapter als auch mit dem 11n-Centrino-Notebook im Durchschnitt mehr als 66 MBit/s. Am Ende des Testfeldes lagen der Airlive WN-5000R und die AVM Fritzbox Fon 7270: Selbst unter Idealbedingungen kamen sie nicht über 70 MBit/s. Die Fritzbox besitzt allerdings ein Dual-Band-Funkmodul: Sie überträgt auch über die 5-GHz-Frequenz, auf der weniger Funkverkehr herrscht als im 2,4-GHz-Band, das alle anderen Router verwenden. Über die lange Messstrecke erzielte die Fritzbox auf 5 GHz zum Beispiel doppelt so hohe Datenraten wie über 2,4 GHz. Der Buffalo WZR2-G300N hatte Probleme mit dem 11g-Centrino-Notebook: Die mittlere Datenrate dieser Kombination lag mit 15 bis 17 MBit/s deutlich hinter den anderen Routern.
High Definition kabellos
Für das Weiterverteilen der Internet-Daten ins heimische Netzwerk reicht selbst bei den derzeit schnellsten DSL-Anschlüssen das Tempo der aktuellen 11n-Generation allemal – auch über längere Distanzen. Über 20 Meter übertrugen fast alle Router im Testfeld mehr als 25 MBit/s. Die meisten packten sogar 50 MBit/s. Dementsprechend sollen die 11n-Router auch als Knotenpunkt im Heim-Netzwerk dienen: Sie sollen HD-Video-Streams, Musik, Internet-Telefonie, Online-Spiele und andere große Datenmengen übertragen – am besten alles gleichzeitig an möglichst viele Rechner. Um das effizient zu erledigen, bringen alle Router im Testfeld so genannte Quality-of-Service(QoS)-Optionen wie WMM (Wi-Fi Multimedia), Wish oder Stream Engine mit: Dort können Sie festlegen, dass bestimmte Datenströme – etwa Videoübertragungen oder VoIP-Telefonate – bevorzugt transportiert werden sollen: Denn ein Aussetzer beim Filmeschauen oder Telefonieren stört mehr, als wenn das Kopieren von PC zu PC kurz stockt.