WLAN Router (11n)


Sicherheit

Alle Router im Testfeld unterstützen WPA2 mit AES – die derzeit sicherste Methode, ein privates WLAN zu schützen. Sie sollten Ihren Router daher unbedingt mit WPA(2) – auch WPA-Personal genannt – einrichten: Der alte Verschlüsselungsstandard WEP lässt sich mit geringem Aufwand in Minuten aushebeln. Allerdings liefert nur ein Hersteller – AVM – seine Router standardmäßig mit aktiver WPA-Verschlüsselung aus. Auch beim manuellen Konfigurieren des Router zwingt kein Hersteller den Anwender dazu, eine sichere Verschlüsselung zu nutzen. Die meisten begnügen sich mit Hinweisen im Handbuch oder im Konfigurationsmenü, dass man den Router am besten mit WPA(2) absichert. Der Einrichtungsassistent bei D-Link stellt die Verschlüsselung automatisch auf WEP – darauf kann man auch gleich verzichten, wie es alle anderen Hersteller machen. Das Siemens Gigaset SE366 weist den Anwender wenigstens bei jedem Aufruf des Konfigurationsmenüs auf noch bestehende Sicherheitsrisiken hin. Auch abgesehen von der Verschlüsselung entdeckten wir bei vielen Routern immer noch Sicherheitsmängel.

Sicherheit per Knopfdruck

Hilfe beim Einrichten der Verschlüsselung leistet WPS (Wi-Fi Protected Setup): Dieses herstellerunabhängige Verfahren richtet automatisch eine sichere Verbindung zwischen zwei WLAN-Geräten ein. Um beispielsweise einen WLAN-Adapter mit dem Router zu verbinden, wählt man im Menü des Routers die WPS-Konfiguration. Anschließend muss man am Adapter einen Knopf drücken (PBC – Push Button Configuration), damit Router und Adapter die Verschlüsselung aushandeln. Besitzt der Adapter keinen Knopf, lässt sich im Menü des Routers auch die WPS-Nummer des Adapters eingeben (PIN Confi guration), die auf ihm oder im Handbuch stehen sollte. Bei der Konfiguration per WPS handeln Router und Client eine zufällige Netzwerkkennung und ein zufälliges Passwort aus. Kleiner Haken: Dieses Passwort ist lang und gespickt mit Sonderzeichen. Das erhöht die Sicherheit, nervt aber, wenn man ein nicht WPS-fähiges Gerät ins Netzwerk bringt und das Passwort eintippen muss. Fast alle Router im Test unterstützen WPS – bei Netgear heißt es Push’n’Connect. Der D-Link DIR-655 beherrscht nur die PIN-Variante. WPS-Ausnahmen sind die AVM Fritzbox Fon 7270, die auf das Stick’n’Surf-Verfahren setzt: Steckt man den AVM-WLAN-Stick an die Fritzbox, übernimmt er deren Verschlüsselung. Auch Buffalo schert aus dem WPS-Lager aus und setzt auf die eigene Variante AOSS, die zum Standardverfahren nicht vollständig kompatibel ist.

Handhabung

Die aktuellen 11n-Router bringen alles mit, was ein Heimanwender braucht, um sein Netzwerk effektiv zu verwalten: eine Firewall, erweiterte Filtermöglichkeiten, Optionen zur Port-Weiterleitung und für QoS. Die ausgefeiltesten Konfi gurationsmöglichkeiten nützen aber nichts, wenn sie der Anwender nicht findet oder nicht versteht. Deshalb haben wir in unserem Test im Punkt „Handhabung“ besonderen Wert darauf gelegt, dass der Router ein ausführliches und verständliches Handbuch sowie eine ebensolche Hilfe im Konfigurationsmenü mitbringt. Viele Hersteller bekleckern sich hier nicht mit Ruhm: Bei allen gibt es das Handbuch nur als PDF auf CD – bei Airlive, Buffalo, Sitecom und SMC sogar nur auf Englisch. Ein deutsches Menü fehlt den Routern von Airlive und SMC. Die Hilfetexte im Menü sind meist sehr knapp, unverständlich oder widersprechen dem Handbuch wie beispielsweise bei Linksys. Übersetzungsfehler fanden wir bei fast allen Herstellern. Besonders schlimm treibt es dabei der Airlive WN-5000R, dessen Handbuch mit Aussagen wie „Dann kannst du deinen drahtlosen Fräser mit anderen anschließen“ zwar erheitert, aber nicht hilft.

Ausstattung

Neben der Funkschnittstelle und dem WAN-Port für das DSL-Modem bringen alle Router einen Switch mit vier Anschlüssen mit. Bei D-Link, Netgear und SMC arbeitet er mit Gigabit-Geschwindigkeit: Wenn auch die heimischen PCs und Notebooks damit ausgestattet sind, ist das eine lohnende Investition, damit der Router nicht das Tempo im Netzwerk ausbremst. Ein USB-Port findet sich am D-Link DIR-655, am SMC SMCWGBR14-N und an der AVM Fritzbox Fon 7270: Bei D-Link dient er nur dazu, per USB-Stick die Sicherheitseinstellungen vom Router auf die Clients zu transportieren. An den SMC-Router kann man einen Drucker oder Scanner anschließen und diesen fürs Netzwerk verfügbar machen. Der USB-2.0-Port an der Fritzbox versteht sich darüber hinaus mit FAT(32)-formatierten USB-Sticks und -Platten: So lässt sich die Fritzbox zum Netzwerkspeicher aufrüsten. Außerdem können Sie zwei analoge und ein ISDN-Telefon an den AVM-Router anschließen – und er dient als Basisstation für DECT-Telefone: Mehr Ausstattung geht kaum.

Testfazit

Auf den ersten Blick eignen sich alle Router im Test für das private Heimnetz. Die Unterschiede liegen im Detail. Der Testsieger Linksys WRT160N verbindet hohes Tempo mit einem übersichtlichen Menü – und einem günstigen Preis. Als komplette Schaltzentrale für Internet, Netzwerk und Telefon kommt nur die Fritzbox Fon WLAN 7270 in Frage – dementsprechend teuer ist sie. Außerdem muss man mit miesen Transferraten leben. Hochwertige Schnäppchen sind der schnelle Belkin F5D8233d4 und der sparsame Buffalo WZR2-G300N. Soll das Netzwerk mit Gigabit-Tempo laufen, kann man zum D-Link DIR-655, zum Netgear WNR3500 oder zum SMC SMCWGBR14-N greifen: Alle drei liegen auf einem ähnlichen Leistungs- und Preisniveau.