Zoomobjektive


Größe ist doch alles

Bridgekameras sind im Alltag oft eine gute Wahl, aber im Bild gelten Spiegelreflexkameras als Maß der Dinge. Zu Recht?

Geht es um Bildqualität und fotografischen Spielraum, gibt es zur Spiegelreflexkamera bisher keine Alternative. Ihr Bildsensor hat rund 25 Millimeter Diagonale statt etwa 10 bei den Bridgekameras. Die Größe ist Basis für gute Bilder auch bei wenig Licht. Sie bietet Spielraum bei der Belichtungszeit und der Tiefenschärfe – im Porträt etwa mit dem Fokus auf die Augen und Unschärfe auf dem Rest des Bildes. Mit kleineren Kameras ist das schwer auf statt 5 oder 6 bei den anderen. Mit diesen Programmen, die automatisch Kameraeinstellungen vornehmen, richten sie sich klar an Umsteiger von Kompakt- auf Spiegelreflexkameras, die nicht alles manuell einstellen wollen.

Preistreiber Objektiv

Wer die Qualität einer Spiegelreflexkamera sucht, muss sich auch um das Objektiv Gedanken machen. Es ist ja austauschbar. Und die im Set mit der Kamera verkauften Modelle loten deren Qualitätsreserve meist nicht aus. So steht dem in der Bildqualität fast „sehr guten“ Leica-Objektiv viel Dutzendware gegenüber. Set-Objektive wie die geprüften Canon und Olympus erlauben sich gar Ausreißer, die zur Abwertung führen. Für Nikon wurde diesmal übrigens kein Objektiv geprüft, weil es noch immer das in test 12/06 mit „gut“ bewertete Nikon AF-S DX 18–55/f 3,5–5,6 G ED für rund 216 Euro gibt.

Vielseitige Bridgekameras

Fast so vielseitig wie eine Spiegelreflexkamera, aber deutlich billiger sind Bridgekameras. Schon für 188 Euro gibt es die Kodak ZD710 mit einem 10-fach-Zoomobjektiv. Mehr als 500 Euro kostet keine. Ihr Plus: Sie haben ein Objektiv fest eingebaut. Die Kameraelektronik kann trotz des extremen Brennweitenbereichs Abbildungsfehler wie Farbsäume, Randabschattung (Vignettierung) und scheinbar durchgebogene Geraden (Verzeichnung) aus dem fertigen Bild herausrechnen. Beispielsweise deckt die Panasonic FZ18 einen riesigen Zoombereich ab. Auf Kleinbildverhältnisse bezogen, bietet sie von etwa 30 bis über 400 Millimeter Brennweite ein Bild mit „guter“ Helligkeitsverteilung und sehr geringer Verzeichnung. Spiegelreflexkameras sind trotz strengerer Bewertung im Bild wegen des geringen Bildrauschens den Bridgekameras überlegen. Dennoch sind Bridgekameras für den Alltag mit dem großen Zoom und dem günstigen Preis oft eine gute Wahl. Bis auf die Bildqualität sind alle anderen Gruppenurteile vergleichbar.

Unser Rat:

Digitale Spiegelreflexkameras liefern besonders gute Bilder, allen voran die Sony alpha 700 für 1.370 Euro. Der klapp- und schwenkbare Monitor mit LiveView-Modus spricht für die ebenfalls „gute“ Panasonic DMC-L10 (1.280 Euro, mit bestem Set-Objektiv im Test). Bridgekameras sind günstiger: Canon Power-Shot A650 IS fast im Westentaschenformat (382 Euro) und Panasonic Lumix DMC-FZ18 mit enormem Brennweitenbereich für 443 Euro (beide „gut“).